Hammer Curls am Kabelzug richtig ausführen

Mann macht Hammer Curls am Kabelzug, um seine Bizeps zu trainieren.

Geschrieben von

Burghard Peters

Veröffentlicht am

28. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

Wenn der Bizeps beim Curl ständig von Schulter und Rücken unterstützt wird, bringt selbst ein schweres Gewicht wenig. Hammer Curls am Kabelzug bieten eine stabile, gut kontrollierbare Variante mit neutralem Griff. Ich zeige, welche Muskeln arbeiten, wie die Ausführung am unteren Kabelzug gelingt, welche Wiederholungszahlen sinnvoll sind und wann Kurzhanteln die bessere Wahl bleiben.

Saubere Technik bringt beim Kabelzug den größten Reiz

  • Neutraler Griff: Die Handflächen zeigen zueinander und bleiben während der Bewegung in dieser Position.
  • Hauptmuskeln: Neben dem Bizeps arbeiten vor allem Brachialis und Brachioradialis.
  • Ausführung: Ellenbogen nah am Körper halten, Schultern ruhig lassen und ohne Schwung curlen.
  • Training: Meist passen 2 bis 4 Sätze mit 8 bis 15 Wiederholungen.
  • Vorteil des Kabelzugs: Der Widerstand bleibt über weite Teile des Bewegungswegs gleichmäßiger als bei vielen freien Gewichten.

Was Hammer Curls am Kabelzug besonders macht

Bei dieser Curl-Variante wird ein Seil am unteren Kabelzug befestigt. Der Griff ist neutral, also ähnlich wie beim Halten zweier Trinkflaschen. Dadurch verschiebt sich die Belastung etwas weg von der maximalen Bizepsverkürzung hin zu den tiefer liegenden Armbeugern und zur Unterarmmuskulatur.

Der Brachialis liegt unter dem Bizeps und kann dazu beitragen, dass der Oberarm kräftiger wirkt. Der Brachioradialis verläuft am Unterarm und unterstützt die Beugung des Ellenbogens. Der Bizeps arbeitet trotzdem deutlich mit, besonders wenn der Bewegungsradius vollständig und kontrolliert genutzt wird.

Ich halte diese Übung für eine gute Ergänzung, nicht für einen magischen Ersatz für alle anderen Bizepsübungen. Ihr großer Pluspunkt ist die konstante Führung des Kabels. Wer beim Kurzhanteltraining am oberen oder unteren Punkt den Widerstand kaum spürt, bekommt hier oft ein gleichmäßigeres Belastungsgefühl.

Die richtige Ausgangsposition am Kabelturm

Stelle die Umlenkrolle auf die unterste Position und befestige ein kurzes Seil. Greife die beiden Enden so, dass die Daumen nach oben zeigen. Gehe einen kleinen Schritt zurück, bis das Seil bereits unter Spannung steht, und stelle die Füße etwa hüftbreit auf.

Der Oberkörper bleibt aufrecht, die Knie sind leicht gebeugt. Ziehe die Schultern bewusst nach unten und hinten, ohne den Brustkorb übertrieben aufzurichten. Die Ellenbogen bleiben seitlich am Rumpf und wandern während der Wiederholung möglichst nicht nach vorne.

  1. Strecke die Arme kontrolliert nach unten, ohne die Ellenbogen gewaltsam durchzudrücken.
  2. Beuge die Ellenbogen und ziehe das Seil nach oben, während die Oberarme ruhig bleiben.
  3. Führe die Hände ungefähr bis auf Höhe des oberen Bauchs oder der unteren Brust.
  4. Halte die oberste Position kurz und spanne die Unterarme sowie den Oberarm bewusst an.
  5. Senke das Seil langsam ab, bis die Arme fast vollständig gestreckt sind.

Für die meisten Trainierenden funktioniert ein Tempo von ungefähr zwei Sekunden beim Anheben und zwei bis drei Sekunden beim Absenken. Oben muss das Seil nicht zwingend weit auseinandergezogen werden. Entscheidend ist, dass du nicht mit den Schultern hochziehst oder aus dem Rücken nach hinten weichst.

Welche Gewichte und Wiederholungen sinnvoll sind

Wähle das Gewicht so, dass die letzten zwei oder drei Wiederholungen anstrengend werden, ohne dass die Technik auseinanderfällt. Ein guter Startpunkt sind 2 bis 4 Arbeitssätze mit 8 bis 15 Wiederholungen und etwa 60 bis 90 Sekunden Pause.

Ziel Wiederholungen Praktischer Hinweis
Technik lernen 12 bis 15 Leichtes Gewicht wählen und den Bewegungsradius kontrollieren.
Muskelaufbau 8 bis 15 Mit sauberer Ausführung nahe an die technische Ermüdung gehen.
Kraftausdauer 15 bis 20 Das Gewicht reduzieren und besonders auf ruhige Wiederholungen achten.

Ich würde das Gewicht erst erhöhen, wenn du in allen geplanten Sätzen am oberen Ende des Wiederholungsbereichs bleibst. Eine kleine Steigerung um einen Gewichtsblock reicht meist aus. Bei Kabeltürmen unterscheiden sich die Übersetzungen, deshalb ist die Kilogrammzahl zwischen verschiedenen Geräten nur eingeschränkt vergleichbar.

Platziere die Übung eher nach einer großen Zugübung oder am Ende deines Oberkörpertrainings. Wenn du sie als erste Bizepsübung nutzt, reichen oft drei konzentrierte Sätze. Nach Klimmzügen und Rudervarianten können dagegen schon zwei Sätze einen ausreichenden Reiz setzen.

Diese Varianten lohnen sich wirklich

Einarmige Hammer Curls

Für die einarmige Variante befestigst du einen einzelnen Griff oder hältst ein Seilende. Der freie Arm kann am Kabelturm Halt geben. Diese Ausführung macht Seitenunterschiede sichtbar und verhindert, dass der stärkere Arm unbemerkt mehr Arbeit übernimmt.

Beginne mit der schwächeren Seite und verwende auf der anderen Seite höchstens dieselbe Wiederholungszahl. Das ist keine spektakuläre Methode, aber bei unterschiedlich entwickelten Armen oft sinnvoller als einfach noch mehr Gesamtgewicht zu bewegen.

Einarmiger Curl mit dem Kabel hinter dem Körper

Stelle dich mit dem Rücken zum unteren Kabelzug und greife den Einzelgriff. Der Arm startet leicht hinter dem Oberkörper. Dadurch entsteht schon in der Ausgangsposition Spannung. Diese Variante eignet sich, wenn du die Dehnung stärker betonen möchtest, verlangt aber eine schmerzfreie Schulterbeweglichkeit.

Hier würde ich besonders konservativ trainieren. Ein zu großer Schritt nach vorne und ein zu schweres Gewicht können die Schulter unnötig in eine ungünstige Position bringen. Schmerz ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Grund, die Position oder Übung zu verändern.

Hammercurls mit Kurzhanteln

Kurzhanteln sind die naheliegende Alternative. Sie erlauben mehr Bewegungsfreiheit und sind praktisch, wenn kein Kabelturm verfügbar ist. Der Nachteil liegt darin, dass sich der Widerstand je nach Gelenkstellung stärker verändert und manche Trainierende am unteren Punkt kaum Spannung spüren.

Variante Stärke Geeignet für
Kabelzug mit Seil Gleichmäßige Spannung und einfache Laststeuerung Kontrollierten Muskelaufbau
Kurzhanteln Freie Bewegung und unkompliziertes Training Homegym oder flexible Einheiten
Einarmiger Kabelzug Gute Kontrolle einzelner Seiten Asymmetrien und gezielte Konzentration

Die häufigsten Technikfehler und ihre Folgen

Der häufigste Fehler ist ein zu hohes Gewicht. Sobald der Oberkörper nach hinten ausweicht oder die Schultern nach oben wandern, wird aus der isolierten Armübung eine Mischung aus Schwung und Schulterbewegung. Mehr Gewicht auf dem Block bedeutet dann nicht automatisch mehr Reiz für den Zielmuskel.

  • Ellenbogen wandern nach vorne: Der Bewegungsradius verändert sich und die Schulter übernimmt mehr Arbeit.
  • Handgelenke knicken ab: Das verschlechtert die Kraftübertragung und kann die Unterarme unnötig belasten.
  • Rücken schwingt mit: Die Spannung im Arm sinkt, während die Belastung auf den gesamten Körper verteilt wird.
  • Absenken wird beschleunigt: Gerade die kontrollierte exzentrische Phase, also das Nachgeben unter Last, wird verschenkt.
  • Zu kurzer Bewegungsradius: Halbvolle Wiederholungen fühlen sich oft schwer an, trainieren den Muskel aber nicht automatisch besser.

Ein einfacher Selbsttest hilft. Stelle dich seitlich zu einem Spiegel oder filme einen Satz von der Seite. Wenn sich deine Schulter deutlich hebt oder der Ellenbogen bei jeder Wiederholung nach vorne rutscht, reduziere das Gewicht um 10 bis 20 Prozent und konzentriere dich auf die Bewegung.

Wann du vorsichtig sein solltest

Eine normale Ermüdung im Bizeps oder Unterarm ist etwas anderes als ein stechender Schmerz im Ellenbogen, Handgelenk oder in der Schulter. Bei solchen Beschwerden solltest du die Übung abbrechen und prüfen, ob Griff, Bewegungsradius, Trainingsvolumen oder Gewicht die Ursache sein könnten.

Menschen mit bestehenden Schulter- oder Ellenbogenproblemen sollten nicht einfach eine Standardtechnik erzwingen. Manchmal ist ein neutraler Einzelgriff angenehmer als das Seil, manchmal hilft ein kleinerer Bewegungsradius. Bei anhaltenden Beschwerden gehört die Abklärung in die Hände einer medizinischen oder physiotherapeutischen Fachperson.

Auch die Trainingsmenge wird häufig überschätzt. Wenn bereits Klimmzüge, Rudern und andere Curls im Plan stehen, sind 2 saubere Sätze oft produktiver als sechs halbherzige. Der Muskel wächst nicht durch die Übung allein, sondern durch das Zusammenspiel aus Belastung, Erholung, Ernährung und kontinuierlicher Steigerung.

So holst du aus jeder Wiederholung mehr heraus

Nutze am Kabelzug zunächst ein Gewicht, bei dem du die untere Position kurz kontrollieren kannst. Halte die Schultern tief, bewege nur den Unterarm und beende den Satz, sobald du für die nächste Wiederholung Schwung brauchst. Diese unspektakuläre Grenze macht in der Praxis den größten Unterschied.

Für ein ausgewogenes Armtraining kannst du die Kabelzug-Variante mit einer Curl-Übung im supinierten Griff, also mit nach oben gedrehten Handflächen, kombinieren. Der neutrale Griff setzt andere Schwerpunkte, ersetzt aber nicht automatisch jede andere Bizepsbewegung.

Mein praktischer Maßstab lautet deshalb: erst Bewegungskontrolle, dann Gewicht. Wenn du über mehrere Wochen im Bereich von 8 bis 15 Wiederholungen stärker wirst, ohne dass Schultern und Rücken die Arbeit übernehmen, ist die Übung sinnvoll in deinen Trainingsplan integriert.

Häufig gestellte Fragen

Neben dem Bizeps arbeiten vor allem der Brachialis und der Brachioradialis. Der neutrale Griff verlagert die Belastung etwas stärker auf diese tiefer liegenden Armbeuger und die Unterarmmuskulatur.

Befestige ein kurzes Seil an der untersten Umlenkrolle und halte die Daumen nach oben. Die Ellenbogen bleiben nah am Rumpf, die Oberarme ruhig und die Schultern tief. Ziehe das Seil kontrolliert bis zum oberen Bauch oder zur unteren Brust und senke es über zwei bis drei Sekunden ab.

Für den Muskelaufbau eignen sich meist 2 bis 4 Sätze mit 8 bis 15 Wiederholungen und 60 bis 90 Sekunden Pause. Für Techniktraining sind 12 bis 15 Wiederholungen sinnvoll, während Kraftausdauer mit 15 bis 20 Wiederholungen und einem reduzierten Gewicht trainiert werden kann.

Kurzhanteln sind praktisch, wenn kein Kabelturm vorhanden ist, und bieten mehr Bewegungsfreiheit. Der Kabelzug erzeugt dagegen über weite Teile des Bewegungswegs eine gleichmäßigere Spannung und lässt sich besonders kontrolliert belasten.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

kabelzug bizeps brachialis kurzhanteln hammer curls

Beitrag teilen

Burghard Peters

Burghard Peters

Mein Name ist Burghard Peters und seit 14 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Mobilität, Sport, Fitness und Ernährung. Diese Bereiche sind für mich nicht nur berufliche Schwerpunkte, sondern auch persönliche Leidenschaften, die mein Leben prägen. Ich finde es faszinierend, wie diese Disziplinen zusammenspielen und wie wir durch fundiertes Wissen und die richtigen Ansätze unsere Lebensqualität verbessern können. Meine Arbeit hier auf zweirad-roewer-osnabrueck.de sehe ich darin, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und Ihnen praktische Tipps an die Hand zu geben. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen sorgfältig zu recherchieren und zu vergleichen, damit Sie stets auf dem neuesten Stand sind und sich auf verlässliche Inhalte verlassen können. Mein Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, Ihre persönlichen Ziele in Bezug auf Bewegung, Gesundheit und Wohlbefinden zu erreichen.

Kommentar schreiben